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Startseite Reports Neue Boote Das Katamaran Konzept aus Oesterreich!

Das Katamaran Konzept aus Oesterreich!

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_a2n7759__large_600750.jpgAls Gerhard Schein vor 35 Jahren seinen ersten Modelltrimaran in den Mur-Auen segeln liess, konnte er sich nicht vorstellen, dass ihm diese Beschaeftigung, Boote zu zeichnen, zu bauen und zu segeln, sein ganzes weiteres Leben begleiten wuerde. Drei Jahre nach dem Modellstapellauf hatte sein Vater dann im Selbstbau diesen Trimaran als hochseetuechtige Variante mit 10 Meter Laenge folgen lassen. Aufgrund seiner Breite mit fast sieben Metern hatte der Tri in der Adria den Spitznamen „der steirische Flugzeugtraeger“. Trimarane kannte man in dieser Zeit hoechstens aus auslaendischen Magazinen. Und die waren rar. In den darauf folgenden Jahren wurde dann hauptsaechlich Kopfarbeit geleistet und Beduerfnisse von Lanzeitseglern ausgelotet.

Und da Gerhard Schein zwischenzeitig reifer geworden war, standen jetzt auch Komfort, Sicherheit ud einfache Bedienung ganz oben auf der Liste. Soviel Spass eine Regatta als Teamwork ein paar Tage auch machen kann, das hoechste der Gefuehle bedeutet fuer Schein, mit seiner Lebenspartnerin das Schiff zu teilen, um den Aufenthalt auf der leicht gekruemmten blauen Oberflaeche unter Segeln in voller Harmonie zu geniessen. In vielen Gespraechen mit Salzbuckeln stellte sich ausserdem immer wieder die Frage “Was ist fuer dich der schoenste Moment beim Segeln?“, und immer kam, ohne viel nachzudenken, die gleiche Antwort: „ Wenn ich nach dem Auslaufen aus dem Hafen die Segel setze, den Motor abstelle und das Rauschen der Bugewelle das Dieselgeraeusch abloest!“. _eos8030__large_600750.jpgAlso ergab sich die Frage – wie dem Motor das Motorgeraeusch abgewoehnen, damit man sich auch unter Maschine an der Fahrt erfreut? Solche und andere Gedanken haben Schein vor einigen Jahren bewogen, ein Puzzle mit vielen Teilen zusammenzusuchen, bei dem am Ende der ultimative Blauwasserkatamaran herauskommen sollte. In der Anforderungsliste standen damals folgende Punkte: Einhand zu bedienender „long distance cruiser“ mit sehr hohem Sicherheitspotenzial und guten Segeleigenschaften. Ein Riggkonzept, das einfachstes Reffen auf jedem Kurs ermoeglicht. Wenig Segel, um stressfrei und sicher zu sein, und trotzdem schneller zu segeln als die meisten anderen. Ein sicheres Cockpit mit allen Bedienelementen fuer die Segel in Tischhoehe. Einen Steuerstand nicht hinter einer „Wand“, um sich an der Sicht aufs Meer erfreuen zu koennen. Schoene Linien, um auch aus der Entfernung auf sein Schiff stolz sein zu koennen. Geringsmoeglicher Tiefgang, um seichte Buchten und Lagunen anlaufen zu koennen, aber trotzdem genug, um gute Hoehe zu laufen. Unter Deck viel Platz und Komfort, fuer ein staendiges Leben an Bord. Ein starker, aber lautloser Antrieb. Genug Strom an Bord, um die Annehmlichkeiten der Technik nutzen zu koennen. Ein Schiff also, fuer Segeln ohne Grenzen. Die legendaere eierlegende Wollmichsau unter den Segelyachten sozusagen. Ein Hirngespinst meinten die einen, voellig unmoeglich sagten andere. Aber das Puzzle wuchs und wuchs in seinem Kopf und endlich konnte Gerhard Schein zu zeichnen beginnen. Ausgangspunkt war der bewaehrte Rumpf der Styria 49 der aufgrund seines fixen Bugspriets fuer ein zusaetzliches Rollvorsegel auf die Gesamtlaenge auf 15,3 Meter anwuchs. Der Rumpf besitzt ein niedriges Laengen/Breitenverhaeltniss und ein V-foermiges Unterwasserschiff. Das ergibt 85cm Tiefgang mit dem Ruder. Die Ruder und der davorliegende Propeller sind durch ein Skeg und ein Verbindungsrohr geschuetzt. Eine Leine, ein Treibnetz oder eine Kollision mit einem Wal richtet somit keinen Schaden an. Das Brueckendeck ist ueber 80cm von der Wasseroberflaeche entfernt, um das Schlagen in der Welle zu verhindern. In beiden Ruempfen befinden sich zwei Kollisionsschoten sollte jemandem ein ueber Bord gefallener Container von den Bug kommen. Das Cockpit befindet sich vor der Mittelkabine – dadurch kein Segeln hinter einer Wand. Das Cockpit ausgestattet mit fest installiertem Tisch fuer bis zu acht Personen – durch eine Windschutzscheibe vom Fahrtwind geschuetzt. Freier Zugang zu Leinen und Winschen auch bei besetzten Sitzplaetzen. Ein neuer Weg wurde auch beim Antrieb beschritten. Fast alle Katamarane haben das Problem, dass sie im Heck zu schwer sind. Nicht so der SMG 50 Plus, wie das Konzept genannt wird. Vor dem Mast, in einem getrennt zugaenglichen Raum sitzt in einer schallisolierten Kapsel ein bewaehrter Vierzylinder Diesel mit einem neuen AGT Generator. Dieser treibt zwei leichte Elektromotoren im Heck an. Ein Serienhybrid sozusagen. Neu? Nein nicht neu, die meisten Eisbrecher fahren seit Jahren auf diese Weise, sogar die beruehmte Queen Mary II hat einen dieselelektrischen Antrieb. _a2n7727__large_600750.jpgNur auf Yachten dieser Groesse noch nicht ueblich! Unterstuetzt wurde Schein bei der Umsetzung dieses Antriebs von seinem Freund und mittlerweile Geschaeftspartner Franz Garmusch, seines Zeichens Elektroniker bei Siemens. Vorteil: leiser, vibrationsfreier Lauf der drehmomentstarken Elektromotoren, zentimetergenaes Manoevrieren mit zwei Joysticks. Und als Draufgabe um bis zu 30% weniger Treibstoffverbrauch! Nachzulesen auch unter www.fischerpanda.de. Mittlerweile wird aufgrund des grossen Interesses schon die naechste SMG 50 Plus gebaut, mit der Nummer ZA001. Das ZA steht fuer Suedafrika. Gerhard Schein ist mit seinen Negativformen nach Kapstadt gezogen, um einen Serienbau in einer bestehenden Katamaranwerft zu organisieren. Mit der vorhandenen Infrastruktur ist es nicht verwunderlich, dass Suedafrika nach Frankreich die zweitgroesste Katamaranproduktion der Welt besitzt. Als er im Fruehjahr diesen Jahres dem Werftchef von Fortuna Catamarans sein Konzept vorstellte, lachte dieser und sagte „Gerhard you dont think in a box!“. Dies war eines schoensten Komplimente fuer ihn.

 

Information www.sail-the-difference.com.

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