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Messe: Boot 2011 vor dem Start
Die ganz teuren Luxusyachten musste „Big Willi“, der riesige, vierfüßige Schiffskran nahe dem Messegelände am Düsseldorfer Rheinufer, in den vergangenen Tagen nicht aus dem Wasser heben. Die größte Yacht auf der „boot 2011“, die am nächsten Freitag in Düsseldorf eröffnet wird, ist „nur“ 27 Meter lang und kostet „gerade mal“ 4,3 Millionen Euro. Vor wenigen Jahren waren die Traumschiffe hier noch um die 40 Meter lang und kosteten - je nach Luxusausstattung - auch schon mal 20 und mehr Millionen.Dennoch beginnt Europas größte Wassersportmesse mit Optimismus: „Die Flaute ist überwunden, es weht wieder ein frischer Wind“, heißt es in einfacher Segler-Sprache. Was sich im zurückliegenden Jahr angedeutet hat, bestätigt sich nun: Die Krise ist überwunden, die Auftragsbücher füllen sich wieder.
Nach dem Spitzenjahr 2006 hatte die weltweite Wirtschaftskrise den Bootsbauern dramatische Einbrüche gebracht. Die Produktion stürzte bis zu 60 Prozent ab, der Umsatz um rund 20 Prozent. Nun aber ist „die Trendwende geschafft“, verkündete froh gelaunt Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft, am Donnerstag in Düsseldorf.
Produktion im Plus
2010 stieg die Produktion ersten Trendzahlen zufolge schon wieder um rund 14 Prozent, der Umsatz mit maritimen Gütern und Dienstleistungen wuchs allein auf dem deutschen Markt auf 1,726 Milliarden Euro, was einen Zuwachs von 4,7 Prozent gegenüber 2009 bedeutet. Und die Branche rechnet mit einer weiteren Steigerung in diesem Jahr.
Boots-Messe profitiert
Davon profitiert auch die Boots-Messe selbst: die Zahl der Aussteller und ihrer Produkte steigt ebenfalls wieder. In diesem Jahr zeigen 1562 Firmen aus 59 Ländern in 17 Messehallen alles, was der Wassersport zu bieten hat - vom Paddelboot bis zur Luxusyacht, vom Surfbrett bis zum Hochsee-Katamaran, vom Angelhaken bis zur Taucheruhr, berichtete Messechef Werner Dornscheidt, der auf gut 250 000 Besucher hofft.
Kleinere Yachten gefragt
Die Bootsbranche verdankt ihren Aufschwung vor allem den mittleren und kleineren Schiffen bis zu einer Länge von 15 Metern. Der Absatz dieser Schiffe, die oft auch schon ähnlich viel kosten wie ein Luxusauto oder eine Eigentumswohnung, hat nicht nur in Deutschland, sondern weltweit zugelegt. So stiegen schon 2010 die Exportzahlen mittlerer Motor- und Segelboote allein In Deutschland um gut 13,5 Prozent. Bei der besonders verbreiteten Segel-Bootsklasse zwischen 7,5 und zwölf Metern waren es sogar 48,5 Prozent.
Dass man die luxuriösen „Mega-Yachten“ in diesem Jahr in Düsseldorf vergeblich sucht, hat vor allem zwei Gründe: Zunächst hat auch hier natürlich die Wirtschaftskrise zu deutlicher Zurückhaltung geführt. Da zudem viele Schiffseigner sich von ihrem Boot trennen wollten (oder mussten), fielen die Gebrauchtboot-Preise deutlich. Wer aber für das alte Schiff weniger bekommt, zögert beim Neukauf. Und viele Kaufwillige nutzen die günstigen Gebraucht-Angebote.
Inzwischen aber, so betonte Branchensprecher Tracht, steigen auch im Luxus-Segment die Bestellzahlen wieder. Da die Bauzeiten hier aber bis zu zwei Jahre betragen, werden sie wohl frühestens im nächsten Jahr wieder auf der Bootsmesse zu bestaunen sein.
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