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Mallorca: Portixol-vom Fischerdorf zum Szenetreff

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portixol7.jpgSie heißen Maria, Merry und Menut, die hölzernen Boote, die dicht an dicht im Wasser schaukeln. An manchen blättert die Farbe ab – die Mini-Kutter im Hafen von Portixol haben schon bessere Tage gesehen. Denn Portixol, nur zwei Kilometer von Palmas Zentrum entfernt, ist längst nicht mehr nur das Fischerörtchen, in dem die Männer in aller Herrgottsfrühe aufs Meer hinaus tuckern.

Heute sind vor allem andere Nachtschwärmer unterwegs: Das Viertel hat sich zu einem der angesagtesten Szenetreffs der Stadt entwickelt. Vielleicht, weil dieses Portixol irgendwie ein Mischling ist: Dörflich charmant auf der einen, und einfach schick auf der anderen Seite. Dort stehen halb verfallene Kapitänshäuschen neben supermodernen Restaurants, in denen Gerichte aus der Crossover-Küche aufgetischt werden. Dort reihen sich abgeschnuddelte Hafenkneipen an minimalistisch gestylte Cocktail-Bars. Und Cafés mit abgenutzten Plastikstühlen grenzen an Boutiquen, die sündhaft teure Bikinis und hauchdünne Hemdchen im Ibiza-Stil anbieten.

Ausgehen, genießen, Seele baumeln lassen. So lautet die neue Devise. Allein die Gastronomie hat sich in dieser Ecke so belebt wie in keinem anderen Teil von Palma. Da ist das trendige Nassau Beach mit Palmen und Liegen direkt am Strand. Den Drink nippt man dort mit den Füßen im Sand und der Kathedrale im Blick. Nicht weit entfernt ragt das Hotel Portixol in den strahlend blauen Himmel. Das Gebäude aus den 1950er Jahren wurde von seinen schwedischen Eigentümern mit viel Feingespür renoviert und gehört zu den schönsten Design-Hotels Mallorcas. Auch wer sich dort nicht einquartiert, ist willkommen.

Und so sind die Plätze im Restaurants stets begehrt. Besonders im Sommer: Man tafelt draußen an rustikalen Holzplanken auf der Terrasse, lässt sich Thunfisch, Austern oder Gemüse aus dem Wok servieren und hält die Nase in den lauen Wind. Nur einen Steinwurf entfernt hat man sich in der Arrocería Rocamar auf Reisgerichte wie Paella und Arroz brut spezialisiert.

Zwei Italiener nebenan tischen köstliche Pasta, Fisch und Meeresfrüchte auf – und schwören natürlich auf den „besten Café der ganzen Insel“. Die Bars Es Vaixell, Yam Bar und Enco sind die richtige Adressen für den kleinen Hunger. In erster Meereslinie gibt es dort Sandwiches und Salate in vielen Variationen – und den Wein schon mal für 2,50 Euro das Glas.

Gegenüber am Ministrand von Portixol ahlen sich Sonnenhungrige auf ihren Handtüchern. Allerdings steht man dort schwer unter Beobachtung. Denn direkt am Strand führt die Flaniermeile entlang, die vor einiger Zeit neu gestaltete Promenade mit ihren Bänken und Bäumen, die die Stadtbewohner wie ein Magnet anzuziehen scheint. Das Aqua Marina bietet Apfelkuchen nach Mutterns Rezept.  Jedenfalls scheint sich nach Feierabend und am Wochenende wie auf Kommando halb Palma Richtung Portixol aufzumachen – um Luft zu schnappen.

Im Affentempo rasen auf eigens ausgewiesenen Fahrspuren Radler in knallengen Outfits vorbei, andere ziehen als Inline-Skater ihre Bahn. Der Weg führt kilometerweit gen Südosten, bis hin nach Arenal mit seinen Ballermännern und Bettenburgen. Aber so weit kommen nur die Sportlichen.

Die Genießer sind schon längst im lichtdurchfluteten bar.co eingekehrt, dessen Küche mit dem asiatischem Touch hoch im Kurs steht. Oder haben im lauschigen Garten des s'Eixerit Platz genommen, in dem Mallorquinisches wie „Pa amb Oli”, Brot mit Öl plus Tomaten, Käse und Schinken, serviert wird.

Und so setzt es sich fort, es folgen zahlreiche weitere Lokale: das Aqua Marina, das von zwei deutschen Frauen geführt wird, die Käse- und Apfelkuchen nach Mutterns Rezept anbieten, das Ca'n Punta mit seiner grau-weiß getünchten Veranda – oder der gute alte Club Naútico Molinar, in dem auch Nicht-Club-Mitglieder bewirtet werden. Dort sitzt man wie in guten alten Zeiten direkt am Meer, mit Blick auf Bötchen, die im Wasser dümpeln.

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