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Wirtschaft: 50 Jahre BVWW

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HQ_BVVWDie Bundeswirtschaftsvereinigung Sportschiffahrt e.V. ging aus dem Krisentreffen einiger Bootsfirmen hervor, die um die Existenz des Wassersports bangten: Eine dpa-Meldung mit dem Titel: "Sünder am Steuer von Motorbooten" hatte erhebliche Einschränkungen des motorisierten Wassersports zum Ziel. Gegen die drohenden Einschränkungen konnte man sich erfolgreich zur Wehr setzen. Aber einmal gegründet fand die Organisation schnell weitere Betätigungsfelder. Eine Interessenvertretung für Importeure, Händler und Dienstleister gab es zu dieser Zeit nicht. Überhaupt steckte der Handel mit Booten zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen. Bootsbau ja - aber angesichts der handwerklichen Herstellung und demzufolge geringen Stückzahlen lagen Herstellung und Verkauf noch häufig in einer Hand.


Neue Materialien und Breitensport
Das änderte sich schlagartig mit dem vermehrten Einsatz glasfaserverstärkter Kunststoffe im Bootsbau zu Beginn der 60er Jahre. Die industrielle Revolution in der Bootswirtschaft liegt also noch gar nicht so lange zurück. Der neue Werkstoff ermöglichte die Herstellung von Booten und Yachten in größeren Serien. Ehemals eher großbürgerlichen Kreisen vorbehalten, entwickelte sich der Bootssport innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraumes zu einem Breitensport. Eindrucksvoller Beleg für den Siegeszug der Kunststoffyachten im Segelbereich ist die legendäre Varianta von Willi Dehler, eine kleine, vom Konstruktionsbüro van der Stadt gezeichnete Kielschwertyacht, die seit 1967 fast 4.000 Mal verkauft wurde. Es blieb dem gelernten Radio- und Fernsehtechniker Willi Dehler vorbehalten, Bootskonzepte für breite Bevölkerungskreise salonfähig zu machen. Auch im Motorbootbereich hat ein Seiteneinsteiger die Branche geprägt. Bruno J. Tibus, gelernter Flugzeugbauer, gründete bereits 1954 sein Unternehmen und begann ab 1962 mit dem Import von Motorbooten aus den USA. Er brachte sie über eine große Anzahl an Unterhändlern an den Markt. Etliche der heute alteingesessenen Motorboothändler stammen aus dieser Ära und sind bis heute erfolgreich tätig.

Dienstleiseter für den Wassersport
In der für die Wassersportwirtschaft dynamischsten Entwicklungsphase bis Ende der 80er Jahre fanden immer mehr Unternehmen eine Heimat unter dem Dach des Bundesverbandes. Entsprechend stiegen auch die Anforderungen an den Verband. Fachvereinigungen wurden gegründet, um das spezielle Know-how der Branchensegmente besser aufbereiten und in die politischen Entscheidungsprozesse einspeisen zu können. Informations- und Beratungsangebote wurden ausgebaut und ein Netzwerk an politischen Kontakten geschaffen, von denen die Branche zunehmend profitiert. Heute präsentiert sich der Verband als dienstleistungsstarke Organisation, die die Interessen von mehr als 1.000 Unternehmen erfolgreich vertritt. Abgeordnete in Bundes- und Länderparlamenten schätzen die fachliche Kompetenz des Verbandes ebenso wie Ministerien und Behörden. In Anhörungsverfahren zu gesetzlichen Änderungen vertritt der Verband die Brancheninteressen und versucht Bedingungen zu schaffen, unter denen sich die Branche erfolgreich weiterentwickeln kann. Eine weitere wichtige Wegmarke für den Verband war 1998 der Bau des eigenen Verbandshauses in Köln. Eine Entscheidung, die damals sehr kontrovers diskutiert wurde, sich aber im Nachhinein als richtiger Schritt herausgestellte. Die großzügigen Tagungsmöglichkeiten werden vom Verband regelmäßig genutzt und die zentrale Lage mit bester Verkehrsanbindung ermöglicht nicht nur den Unternehmen eine bequeme Anreise, sondern dem Verband gleichzeitig auch schnelle Verbindungen zu den beiden politischen Hot Spots Berlin und Brüssel.

Partner der Boot
Diese Entwicklung verdankt die Branche auch der Partnerschaft mit der boot Düsseldorf. Seit 1971 hat der BVWW die 1969 gegründete Bootsmesse am Rhein an seiner Seite. Ohne Unterstützung der boot wäre es kaum möglich gewesen für die Wassersportwirtschaft in Deutschland Strukturen zu schaffen, in denen sie sich erfolgreich entwickeln kann. Von der engen und vertrauensvollen Partnerschaft, die sich in den vergangenen 40 Jahren entwickelt hat, profitieren beide Partner gleichermaßen. Doch was wäre ein Verband ohne ehrenamtliche Unterstützung und die Mitarbeit derjenigen, die ihr Ohr unmittelbar am Markt haben. Der Bundesverband Wassersportwirtschaft hatte immer das Glück, vorausschauende und fähige Repräsentanten für die Verbandsarbeit gewinnen zu können, die bereit waren, ihr Engagement auch in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Ihnen gilt unser besonderer Dank.

50 Jahre BVWW
So kam es, dass am 18. März 2011 der Bundesverband Wassersportwirtschaft zu seiner Geburtstagsparty einlud. Rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Behörden, Verbänden und Medien waren eingeladen, am Freitagabend im Berliner Wintergarten Varieté auf den Verein und seinen Fortbestand anzustoßen. In seiner Begrüßungsrede umriss BVWW-Vorsitzender Robert Marx den Werdegang und die nächsten Ziele des Verbandes. Neben viele positiven Dingen klang allerdings auch an, dass die finanziellen Mittel der Öffentlichkeit nicht mehr ausreichen werden, sodass es bald zu Nutzungsgebühren kommen wird. Ein festliches Dinner und ein internationales Varieté-Programm waren ein würdevoller Rahmen für diesen 50. Geburtstag. Verschiedene Arbeitskreise am Freitag und die Präsidiumssitzung mit den Delegierten umrahmten die Mitgliederversammlung am Samstag.

Bedeutende Stationen der Verbandsgeschichte

11. März 1961
Gründung der Bundeswirtschaftsvereinigung Sportschiffahrt.
1963
PR-Kampagne für motorisierten Wassersport, um Restriktionen entgegenzuwirken.
1971
Abschluss eines Kooperationsvertrages mit der Düsseldorfer Messegesellschaft.
1988
Neustrukturierung des Verbandes: Neue Fachgruppen, mehr Personal.
1992
Der Verband wird Gründungsmitglied des IMCI Brüssel, der heute weltweit führender Zertifizierer der Sportschifffahrt ist. Außerdem nennt sich der Verband nun Bundesverband Wassersportwirtschaft.
1998
Bau des eigenen Verbandshauses in Köln.
2000
Einführung der Charterscheinregelung: Führerscheinfreie Charter auf bestimmten Wasserwegen wird möglich, Aufschwung des maritimen Tourismus.
2004
Verstärkung der Kooperation mit Tourismusorganisationen.
2007
Gründung der Forschungsvereinigung für die Sport- und Freizeitschifffahrt e.V.. Seither Durchführung verschiedener Forschungsprojekte.
2010
Start einer PR-Aktion für Wassersport, um Menschen für eben diesen zu begeistern.

Quelle: www.bvww.org

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