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Törn: Allein auf hoher See ins Land der Pharaonen

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Ioffizier2710kk726ch wurde heute fast erschossen. Bin in der dreckigsten Stadt der Welt. Darf nicht ausreisen. Habe einen schlechten Liegeplatz. Aber ich lache schon wieder", das war ein kurzes SMS, das Mike Hecker, Crew Commander der Gebirgssegler Eisenerz, vergangenen Samstag an seine Segelkameraden daheim schickte. Seit Sonntag ist er in Eisenerz und wurde dort nach seinem dreiwöchigen Segeltörn von Makarska in Kroatien nach Alexandria in Ägypten von 25 Freunden gebührend empfangen.
Alleine hatte er sich vor knapp vier Wochen auf den Weg gemacht, um 1400 Seemeilen, das sind etwa 2500 Kilometer, von Kroatien nach Ägypten zu segeln. "Das war schon immer mein Traum, einmal ganz alleine so weit zu segeln. Außerdem wollte ich mir über ein paar Dinge im Klaren werden", erzählt er in Eisenerz. Draußen schneit es. Schwer heimgekommen ist er nicht. "Nein, obwohl, das Wasser in Alexandria hatte noch 28, 29 Grad, und die trockene Hitze in der Stadt war auch nicht ohne."

Es sei für ihn eine lehrreihe Erfahrung gewesen, so lange mit sich, dem Meer, vielen Gewittern und "meistens falschen Winden" alleine zu sein. "Freunde haben mir gesagt, dass ich bald mit mir selbst sprechen werde. Das habe ich nicht gemacht, aber ein Zugvogel hat sich einige Tage bei mir eingemietet. Mit dem habe ich schon gesprochen", sagt der Eisenerzer lachend. Der kleine Vogel habe keine Scheu gehabt, er sei in der Kombüse genauso herumspaziert wie an Deck.
Anstrengend sei gewesen, dass er wirklich alles alleine machen musste. "Ich habe keine vier Stunden am Stück geschlafen, gekocht habe ich, wann Zeit dafür war. Aber, wenn ich es gemacht habe, dann habe ich alles schön angerichtet und auch den Tisch schön gedeckt", erzählt er. Auch einen "guten Duft" habe er sich ab und zu gegönnt. "Das musste einfach sein. Man fühlt sich auch wohler und außerdem gehört das einfach dazu", sagt er bestimmt.

Er habe sich auch hin und wieder Zeit genommen, um sich Sehenswürdigkeiten anzuschauen, wie Grotten in Italien oder die Altstadt von Korinth. "Das war aber ein Zwangsaufenthalt, weil ich gerade an dem Tag den Kanal dort passieren wollte, als dieser gereinigt wurde", berichtet der Segler.
Nach knapp drei Wochen, in denen er durch viele Gewitter segelte, legte er schließlich in Alexandria an. "Ich war so neugierig auf die Stadt, immerhin war eines der sieben Weltwunder, der Leuchtturm, dort. Aber es ist dreckig, laut und man wird wirklich fast überall über den Tisch gezogen. Ohne ,Geldgeschenke' geht anscheinend gar nichts. Ein paar Mal sei er doppelt zur Kasse gebeten worden, bei den Hafengebühren zum Beispiel. "Belege gibt es nicht, und ein und der selbe Mann hat zweimal Liegegebühren verlangt", erzählt er kopfschüttelnd.

Es sei auch viel Militär in der Stadt gewesen, weil Präsident Mubarak angesagt war. "Ich habe da einmal so durch die Gegend fotografiert und plötzlich hatte ich einen Gewehrlauf, der auf mich gerichtet war, im Sucher. Ich durfte nicht fotografieren", lässt Hecker in seine Reiseerlebnisse blicken. Doch Soldaten hätten ihn auch zum Frühstück eingeladen, ebenso wie zwei ägyptische Unternehmer, die er in der Marina kennengelernt hatte. Dort habe er sich auch sehr sicher gefühlt. In der Stadt selbst nicht, weil "ich glaube, ich war der einzige Europäer dort", sagt er überzeugt.

Und eines weiß er heute schon: Einen Einmannsegelturn wird er wieder machen: "Allerdings in kein arabisches Land, sondern 2012 nach Zypern."
JOHANNA BIRNBAUM

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