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Römerschiff: Letzter Feinschliff vor Stapellauf

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2011-02-11_182816„Noch liegt die Lusoria im Trockendock“, so Dieter Knoll und schaut stolz auf den originalgetreuen Nachbau eines römischen Flusskriegsschiffes aus dem 4. Jahrhundert. Der Hobbymodellbauer und Rentner ist einer der vielen ehrenamtlichen Helfer ohne die ein solches „Mammutprojekt" nicht zu stemmen wäre. Seit mehr als einem Jahr arbeiten er und die beiden „Unruheständler“ aus Ludwigshafen, Richard Heller und Herrmann Bappert daran, dass das 18 m lange Eichenschiff am 28. Mai 2011 im Rahmen des Festungsfestes in Germersheim traditionell getauft werden kann. Bis der Bootsbaumeister Anfang April anreist, um letztmalig fachmännisch Hand anzulegen, sind noch wichtige Arbeiten zu erledigen.


Acht Schichten Biolack
Derzeit wird das Schiff mit bis zu acht Schichten eines auf Leinölbasis hergestellten Lackes konserviert. Diese Lackschichten schützen später das Eichenholz des Schiffes gegen Sonne und Wasser. Anfang April wird das Schiff komplett abgedichtet, in der Fachsprache „kalfatet“. Dabei werden die feinen Lücken zwischen den massiven Eichenplanken, die Picture1sich durch den Trocknungsprozess des Holzes gebildet haben, mit einer Mischung aus Baumwollfasern und Leinölkitt verschlossen. Unmittelbar im Anschluss wird der Nachbau, den der Verein zur Förderung von Kunst und Kultur im Landkreis Germersheim initiiert hat, zum ersten Mal mit seinem eigentlichen Element Bekanntschaft machen.
Anfang Mai beginnen die rund drei Wochen andauernden wissenschaftlichen Test- und Auswertungsfahrten. Hierfür stellt die Universität Trier, als wissenschaftlicher Partner des Projektes, sowohl die nötigen Messgeräte, als auch einen großen Teil der benötigten Rudermannschaften. Verstärkt werden die Trierer „Legionäre“ vom Fachbereich für alte Geschichte von Studenten der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg und von Historikern der Universität Straßburg.

Alter Schiffstyp-Neue Erfahrungen
Die vielen ehrenamtlichen Helfer sind schon sehr gespannt, wie sich das Schiff im Wasser verhält, da ja noch keinerlei Erfahrungen im Umgang mit einem originialgetreuen Schiff dieses Typs vorliegen. Die „Lusoria Rhenana“ wird zunächst in ruhigen Gewässern zum Einsatz kommen. Einen Fahrt auf dem Rhein wäre angesichts der dort herrschenden Strömungsbedingungen und der Berufsschifffahrt mit einer ungeübten Besatzung ein zu großes Wagnis.
Das Schiff kann von Gruppen oder interessierten Personen nach vorheriger Terminabsprache in der Werft besichtigt werden. Der Verein zur Förderung von Kunst und Kultur bietet Führungen an. Weitere Informationen zum Römerschiff gibt es unter www.lusoria.de.

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