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Palmenkiller: Sterben Europas Palmen aus?

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split_palmen.jpgSie gehören zu einem Strandurlaub wie der Schnee zum Skifahren. Doch schon bald könnte es an Europas Mittelmeerküsten keine Palmen mehr geben. Ein gefährlicher Schädling bedroht die Pflanzen. Nach Spanien und Italien breitet sich der rote Palmenrüsselkäfer inzwischen auch mit unglaublicher Geschwindigkeit entlang der französischen Côte d'Azur aus - und ist zerstörerischer und schwerer zu bekämpfen als alle seine Vorgänger. In Frankreich wurde der "Palmenkiller" im September 2006 das erste Mal auf der Mittelmeerinsel Korsika gesichtet. Schon einen Monat später waren die zwei bis fünf Zentimeter langen Krabbler auf dem Festland im Département Var um die Hafenstadt Toulon. "Die gesamte Küste des Var ist verseucht", sagt Céline Vidal von der regionalen Pflanzenschutzbehörde (SRPV).

Inzwischen tauchte der rot-orange Käfer auch in zwei weiteren Départements auf. Experten befürchten, dass der Käfer mit seinen gefräßigen Larven längst schon viel weiter ist.

 

Nicht sichtbare Schädigung

"Der Angriff des Palmenrüsslers läuft über Monate oder sogar Jahre im Verborgenen ab, weil er die Palmen von innen auffrisst", sagt der Wissenschaftler Didier Rochat. "Wenn es außen Anzeichen für einen Befall gibt, ist es zu spät. Der Baum ist nicht mehr zu retten." Der ursprünglich aus tropischen Gebieten Asiens stammende Käfer hat sich in den 80er und 90er Jahren zunächst im Nahen Osten breitgemacht und dann in Afrika. Von dort aus ging es nach Spanien und Italien. Dabei könnte der Käfer auch durch die Einfuhr von Palmen nach Europa gekommen sein, die beim Kauf von außen vollkommen gesund erschienen, aber längst befallen waren. Im Mai 2007 verhängte die EU deshalb sehr strenge Auflagen für Palmenimporte.

 
Resistenter Schädling

"Wir sind pessimistisch. 2008 wird sich das Insekt explosionsartig verbreiten", prophezeit Planzenschützerin Vidal. Dies sei auch wegen der hohen Fortpflanzungsrate des Käfers zu erwarten, der sich das ganze Jahr über vermehren könne. Die Beobachtungen in Italien oder Spanien lassen laut Vidal Schlimmes befürchten: "In Palermo, in Neapel steht wie in Valencia oder Malaga keine einzige Palme mehr. Die befallenen Zonen haben eine radikale Veränderung ihrer Pflanzenwelt erfahren." Insektengifte haben sich nach einem Befall bisher als wirkungslos erwiesen. "Der Palmenrüsselkäfer ist nicht auszurotten, aber man kann versuchen, seiner Invasion Einhalt zu gebieten", sagt Forscher Bertaux.

 

Duftfallen als Indizierungsmesser

Demnach können Fallen mit Geruchsstoffen Käfer anlocken, so dass ein Befall sehr viel schneller erkannt wird als bisher. Ist er erst einmal da, hilft nur noch Kahlschlag, wie das Pflanzenschutzamt in Nizza erklärt: "Einzige Lösung ist ein vollkommenes Fällen der verseuchten Bäume, die eingepackt und verbrannt werden müssen."

Auf Anfrage von Adria-News teilten die kroatischen Behörden mit, dass man über die Plage von italienischer Seite informiert worden sei. Derzeit gebe es in Kroatien noch keine befallenen Palmenbestände. Allerdings denke man darüber nach, an verschiedenen Population vorsorglich Duftfallen für den Rüsselkäfer anzubringen, um sofort auf Befall reagieren zu können.

 

EP/AN-Redaktion Porec 

 

 

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