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Neubau: Bark „Alexander von Humboldt II”

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22Ein halbes Jahr nach Vertragsunterzeichnung sind die ersten Rumpfsektionen der „Alexander von Humboldt II” bereits deutlich als Teile eines Schiffes zu erkennen. „Wir liegen voll im Zeitplan”, freut sich Diedrich Rickens, Vorstand der Deutschen Stiftung Sail Training, die den Neubau in Auftrag gegeben hat. „Ab November diesen Jahres wollen wir unseren Stiftungszweck, die Jugendarbeit auf einem Traditionssegler, mit der „Alex II” fortsetzen”, so Rickens weiter. „Um diese Kontinuität auch optisch zu verdeutlichen, haben wir kürzlich entschieden, dass die „Alexander von Humboldt II” mit dunkelgrünem Rumpf in See stechen wird. Die Segel werden weiß sein.”
In den Hallen der Bauwerft BVT Brenn- und Verformtechnik Bremen GmbH in Bremen-Vegesack liegen Bodenwrangen, die wie das Gerippe eines Wals in die Luft stechen. Sie CIMG0216werden zu Untergruppen zusammengefügt, von denen wiederum mehrere eine Sektion für den Neubau bilden. Der Kiellängsträger des neuen Rahseglers ist schon zu erkennen. Auch die ersten Platten der Außenhaut sind aufgelegt und verschweißt. Ein Stück weiter nimmt ein Teil des Hauptdecks Formen an. Deutlich zu erkennen sind die Schächte für Niedergänge und Lüftung. Noch liegen die im Bau befindlichen ersten Sektionen über Kopf, wie im modernen Schiffbau üblich. Sukzessive werden sie nach Fertigstellung gedreht, vorausgerüstet und dann zu einem Rumpf zusammengefügt. Anschließend werden weitere Ausrüstungskomponenten eingebaut und die restlichen Decksaufbauten aufgesetzt. Die Wasserung des Rumpfes – der sogenannte Stapelhub – ist für April 2011 geplant.

 Anschließend wird der Kasko nach Bremerhaven gebracht, endausgerüstet und aufgeriggt. Dabei wird auch auf die Erfahrung der Stammbesatzung bei der Wartung und Pflege der alten „Alexander von Humboldt” zurückgegriffen. „Seit über zwanzig Jahren haben unsere ehrenamtlichen Crewmitglieder tatkräftig bei Werftzeiten und Ausrüstungsperioden mit angepackt. Zusammen mit den Arbeitern der beauftragten Werften haben sie die technische Grundlage für den hohen Sicherheitsstandard bei uns an Bord geschaffen”, erklärt der Projektbeauftragte Reimer Peters. „Diese Erfahrung werden wir natürlich für den ersten Großseglerneubau in Deutschland seit 1958 auch nutzen.”CIMG0227
Der Neubau ist im Schiffsbauregister Bremen unter der Nr. 279 eingetragen. Mit 65 Metern Länge über Alles, einer Breite von zehn Metern und etwa fünf Metern Tiefgang bietet er Platz für insgesamt 79 Personen. Angetrieben wird das Schiff von einer Gesamtsegelfläche von 1360 Quadratmetern beziehungsweise von einem Antriebsmotor mit 550 kW Nennleistung. Die Ablieferung der neuen Bark ist für September 2011 geplant. Im Oktober sind Ausbildungsreisen mit der Stammbesatzung vorgesehen, bevor im November auch die ersten Mitseglerinnen und Mitsegler an Bord kommen.

Das Betriebskonzept des Neubaus bleibt gegenüber dem der „Alex I” unverändert. Eingeteilt in Sommer- und Wintertörns wird rund 340 Tage im Jahr der Stiftungszweck – Jugendarbeit und das Lehren traditioneller Seemannschaft – erfüllt. Eine bis zu 25 Personen starke ehrenamtliche Stammbesatzung wird die Mitsegler, die keinerlei Vorkenntnisse benötigen, anleiten. Die Stammcrewmitglieder bereiten sich derzeit durch externe Schulungen und interne Trainings nach internationalen Standards auf die neuen Aufgaben an Bord der „Alexander von Humboldt II” vor.
:
www.alex-2.de

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