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Italien: In zwei Stunden an die Adria

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autobahn_baustelleDas totgeglaubte Projekt der Autobahn Alemagna, die Venedig mit München verbinden soll, erwacht in Italien wieder zum Leben.
Verfechter des Plans sind der italienische Außenminister Franco Frattini sowie der neugewählte Präsident der Region Veneto, Luca Zaia. "Die Alemagna-Autobahn würde den Österreichern erlauben, in zwei Stunden an unsere Adria-Strände zu gelangen", so Zaia, laut dem das Projekt nichts weniger ist als eine "kopernikanische Revolution für Nord-Süd-Verbindungen". Eröffnet wurde die "Alemagna"-Autobahn 1994, die bisherige Strecke reicht von Treviso bis zur Ponte delle Alpi.
Das Projekt stößt in Südtirol jedoch auf heftigen Widerstand. "Die Alpenkonvention sieht vor, dass keine neuen alpenquerenden Straßen mehr gebaut werden", so der Landeshauptmann Luis Durnwalder. Die Autobahn würde die Konvention verletzten. Nun hat der italienische Senat im Mai 2009 die Ausführungsprotokolle zur Alpenschutzkonvention zwar genehmigt. Das Verkehrsprotokoll wurde jedoch im Mai 2010 von der Kammer nicht ratifiziert. Da Österreich und Deutschland beide das Verkehrsprotokoll ratifiziert haben, müsse die "Alemagna" im Nichts enden, so Durnwalder.
Eine schroffe Reaktion erfolgte darauf aus dem Veneto: "Das Pustertal ist das größte Problem für das Projekt. Durnwalder muss auch unsere Position respektieren", so Zaia.

Viele Varianten
Nach dem weiteren Streckenverlauf für die "Alemagna" wird seit Jahren gesucht. Diskutiert wurde in den 70er-Jahren beispielsweise eine Strecke von Toblach im Pustertal, über Bruneck ins Ahrntal und das Zillertal. Alternativ sollte die Autobahn vom Ahrntal über Gerlos ins Brixental führen. Nach zahlreichen Protesten der Anwohner wurde diese Streckenführung ad acta gelegt. Möglichkeiten zur Anbindung der "Alemagna" würden heute Richtung Osten durch das Drautal oder im Norden über das Isental bestehen.
Zuallererst muss jedoch die Frage geklärt werden, wie Italien das Prokekt finanzieren soll. Die Kassen der Straßenbaugesellschaft ANAS sind leer. Außerdem stehen Ausgabenkürzungen in der Höhe von 25 Milliarden € an.

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