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Ölpest: Das "schwarze Monster" nähert sich der Adria
Die Katastrophe hat einen Namen: "Mostro nero", das "schwarze Monster" nennen die Italiener die Ölpest am Po. Die Lega Ambiente, Italiens wichtigste Umweltschutzorganisation, demonstrierte in Mailand am Ufer des Lambro mit einer Menschenkette gegen die mutwillige Umweltverschmutzung. In diesen Fluss sind am Dienstag wohl zehn Millionen Liter Öl aus einer stillgelegten Raffinerie eingeleitet worden."Die Industrie hat all dieses Material gebunkert, aber dann erklärt, dass man keine großen Mengen an Öl mehr lagere. Niemand hat überprüft, ob das stimmt. Wir erwarten, dass die Staatsanwaltschaft da Klarheit schafft", droht inzwischen Damiano di Simine, der Präsident der Lega Ambiente.
Ölsperren entlang der Flüsse
Unermüdlicher Kampf gegen das Öl
Unterdessen kämpfen südöstlich von Mailand am Po die Feuerwehrleute und der Katastrophenschutz gegen die Uhr. Man will möglichst viel der öligen Masse vom Fluss
abgesaugt haben, bevor die Ölteppiche das ökologisch, sensible Podelta erreicht haben. "Wir haben an einem Tag 200.000 Liter Öl aus dem Po entfernt. Wir werden das fortsetzen, um die Menge des Öls noch weiter zu verringern, die die Barrieren überwindet," sagt Demtrio Egidi vom staatlichen Zivilschutz in der Emilia Romagna.Überall entlang des Pos wurden solche schwimmenden Barrieren errichtet. Allerdings, so ein Mitarbeiter des Zivilschutzes in Rovigo, zu 100 Prozent werde man das Öl nicht entfernen können. Er straft damit seinen Chef Lügen. Italiens oberster Katastrophenschützer Guido Bertolaso hatte zuvor vollmundig erklärt: "Kein Tropfen Öl werde die Adria erreichen."
Erleichterung bei den Landwirten
Nun war Bertolaso vor Ort in Rovigo und verkündet wieder: "Die Situation ist unter Kontrolle." Er beruft sich dabei vor allem auf die Wasseranalysen, die der Zivilschutz in Auftrag gegeben hat. Alle Analysen der Provinzen an der Wasseroberfläche, in einem Meter Tiefe und in zwei Metern Tiefe, seien in der Norm was den Anteil des Öls betreffe.
Entwarnung geben auch die Bauern in der Region rund um den Po, die als die Kornkammer Italiens gilt. Wegen des günstigen Klimas müssen die Felder nicht mit dem Wasser aus dem Fluss zusätzlich bewässert werden. "Gott sei Dank", sagt Luca Bisi vom Bauernverband, "ist das nicht im Juli geschehen". Er habe zwar keine Ahnung wie lang die Verschmutzung des Wassers dauern werde, "aber ich bin sicher, dass wir ab Juli, also in einigen Monaten, erst das Wasser wieder nutzen können." Gleichzeitig betont Bisi, welche fundamentale Bedeutung für die Bewässerung der Nur noch 50 Kilometer bis zur Adria
Die öligen Reste, die die Helfer nicht entfernen konnten, haben im Lauf des Tages bereits den Po bei Ferrara erreicht. Von hier aus sind es nur noch etwa 50 Kilometer bis zum Podelta und zur Adria. Eine Verschmutzung dieses einzigartigen Naturparadieses habe unabsehbare Folgen für die Tier und Pflanzenwelt, warnen Naturschützer. Zivilschutzchef Bertolaso dagegen schließt schwere Schäden kategorisch aus.
Mit freundlicher Genehmigung der Tagesschau.de
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