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Italien: Lagune von Venedig - Trügerische Stille

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venedig_hochwasser.jpgVenedig droht nicht nur zu versinken, sondern gerade die zur Erhaltung der Dogenstadt ergriffenen Maßnahmen gefährden nun die Lagune. Die Nord-Süd-Ausdehnung der Lagune beträgt 55 Kilometer.

Damit ist sie das größte Feuchtgebiet Italiens, eines der größten Europas und gleichzeitig ein Paradies der Artenvielfalt. Aufgrund der historischen Rolle Venedigs haben sich Forscher aller Fachgebiete mit dem Küstensystem der Region intensiv befasst. Durch die starke Bodenerosion und die häufigen Überschwemmungen besteht die Gefahr, dass sich die Lagune in einen Meeresarm verwandelt.

 

Tiefster Punkt der Adria in der Lagune

Denn innerhalb von 100 Jahren ist der Wasserspiegel der früher im Schnitt nicht venedig_trawler.jpgmehr als drei Meter tiefen Lagune um 23 Zentimeter gestiegen. Heute befindet sich der tiefste Punkt der nördlichen Adria mit 40 Metern mitten in der Lagune. Abgesehen vom allgemeinen Anstieg des Meeresspiegels gibt es viele lokale Ursachen für diese Entwicklung. Seit den 30er Jahren hat sich Marghera zu einem bedeutenden Industriehafen entwickelt, und zahlreiche Öltanker und Containerschiffe durchqueren die Lagune in dem eigens dafür angelegten 14 Meter tiefen "Ölkanal".

 

Projekt "Mose" umstritten

In den 80er Jahren machte sich die industrielle Muschelfischerei breit, bei der große Trawler Fangkörbe am Lagunenboden entlang ziehen und damit die Erosion beschleunigen, weil sie den Bewuchs zerstörvenedig_projekt_mose.gifen. Außerdem kommen jährlich rund 18 Millionen Touristen nach Venedig. Das hat einen chaotischen Schiffsverkehr auf den Kanälen und der Lagune zur Folge. Umstritten ist schließlich auch das radikale Projekt "Mose", eines der drei größten Infrastrukturvorhaben Italiens. Es sieht vor, die Lagune bei Hochwasser von der Adria abzuschotten. Dies soll mit 78 gigantischen Stahlbarrieren geschehen, die auf monumentalen, im Lagunenboden verankerten Betonpfeilern ruhen. Gegner des Mammutprojekts gehen davon aus, dass die Barrieren den Austausch zwischen Land und Meer beeinträchtigen, der die biologischen Abläufe reguliert.

 

EP/AN

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