Bootsmarkt - BestBoats24
Sie sind hier:
Info: Die besten Regatten des Jahres
Nach der Regatta ist vor der Regatta: Während sich die deutschen Starboot-Helden Robert Stanjek und Frithjof Kleen nach dem Gewinn der Vizeweltmeisterschaft im Dezember eine Auszeit bis Mitte Februar gönnen, laufen im Deutschen Segler-Verband (DSV) schon die Vorbereitungen auf das wichtigste Segelereignis des Jahres: die Olympischen Regatten vor dem südenglischen Weymouth. 380 Athleten, darunter 143 Frauen, werden vom 29. Juli bis zum 11. August in zehn Bootsklassen um die Medaillen kämpfen.Doch Olympia ist 2012 längst nicht alles, das auf dem Wasser interessant wird. Heute schon beginnt in Abu Dhabi die dritte Etappe des Volvo Ocean Race. Das Rennen startete am 29. Oktober vor dem spanischen Alicante und ist bislang seinem Ruf gerecht geworden, einer der härtesten Hochseewettbewerbe zu sein. Auf der ersten Etappe mussten drei von sechs Yachten nach schweren Schäden an Rumpf und Rigg aufgeben, die zweite Etappe beendeten auch nur fünf Schiffe, und die mussten an einem geheimen Hafen auf einen Frachter geladen werden, damit sie vor der ostafrikanischen Küste nicht in die Hände von Piraten fielen.
Die neue Etappe führt quer durch den Indischen Ozean bis ins chinesische Sanya, und vor allem die Besatzung des gleichnamigen Bootes hofft, ihren Heimathafen zu erreichen - die "Sanya" konnte noch keinen Etappenhafen aus eigener Kraft anlaufen. Trotzdem hat die Crew um Skipper Mike Sanderson noch Chancen, gut abzuschneiden, denn es stehen sieben Teilstrecken aus, und auf jeder Etappe sind 60 Punkte zu holen.
Von Sanya aus geht es am 19. Februar weiter durch den Pazifik nach Auckland. Weitere Etappenziele sind Itajai in Brasilien, Miami, Lissabon und Lorient in Frankreich, bevor die Schiffe nach über acht Monaten auf See Anfang Juli im irischen Galway erwartet werden.
Gerade rechtzeitig geht das Volvo Ocean Race zu Ende, um sich nicht die Aufmerksamkeit mit einer noch spektakuläreren Wettfahrt teilen zu müssen. Am 20. Oktober beginnt im französischen Les Sables d'Olonne die Vendée Globe, die bedeutendste Regatta für Einhandsegler überhaupt. Sie wird - wie die Olympischen Spiele - nur alle vier Jahre gestartet und führt die Segler rund um die Welt, aber im Gegensatz zum Volvo Ocean Race nonstop. Das Anlaufen eines Hafens ist verboten und führt zur Disqualifikation, ebenso darf man sich bei eventuell nötigen Reparaturarbeiten nicht helfen lassen.
Zum ersten Mal wird ein deutscher Segler an der Vendée Globe teilnehmen. Boris Herrmann, 30, aus Hamburg, ist schon seit mehr als zehn Jahren in der Hochseesegelszene aktiv, 2001 fiel er erstmals beim Transatlantikrennen Minitransat auf, als er als jüngster Teilnehmer den elften Platz belegte. Den Durchbruch brachte der Sieg beim Portimao Ocean Race 2007, einem Rund-um-die-Welt-Wettbewerb von Zweier-Crews mit Zwischenstopps. Vier Jahre später wurde er, ebenfalls mit einem Partner an Bord, Zweiter beim Barcelona World Race, dieses Mal nonstop gesegelt, und nun greift Herrmann in der Königsklasse an.
Einige Monate vorher, im April, will er aber noch als Navigator an Bord der 70 Fuß (21,35 Meter) langen Yacht "Maserati" den Geschwindigkeitsrekord über den Atlantik brechen: Das mit einer zwölfköpfigen Crew besetzte Boot soll in weniger als sechseinhalb Tagen die 3000 Seemeilen (5400 Kilometer) von New York nach England zurücklegen. Die Route der Vendée Globe ist etwa achtmal so lang, die Segler steuern 60 Fuß lange Einrumpfyachten vom Typ IMOCA Open60, und der Sieger wird nach etwa 85 Tagen zurückerwartet. Favorit ist Michel Desjoyeaux, der auch die letzte Vendée Globe gewonnen hat.
Ein paar Nummern bescheidener, aber nicht weniger interessant sieht es in dieser Saison vor Deutschlands Küsten aus. Für Torsten Haverland, DSV-Vizepräsident mit dem Geschäftsbereich Leistungs- und Wettsegeln, sticht neben Olympia ganz klar eine Veranstaltung heraus: "Zu den Weltmeisterschaften der Einmann-Jollen Laser (Standard) und Laser Radial vor Boltenhagen erwarten wir Anfang Juni 270 Teilnehmer aus über 60 Nationen." Nur zwei Monate vor Beginn der Olympischen Spiele böten diese Regatten die letzte Möglichkeit einer internationalen ISAF-Olympiaqualifikation für die Starter, sagt Boltenhagen.
Generell gilt, dass während der Weltcupsaison 2012, die schon Ende Januar mit den US-Sailings vor Miami beginnt, in einigen Bootsklassen immer noch letzte Olympiatickets zu lösen sind. Wichtige Termine dafür sind die Trofeo Princess Sofia vor Palma de Mallorca Anfang April, die Olympiasegelwoche in Frankreich Ende April sowie die Delta-Lloyd-Regatten im niederländischen Medemblik. "Und Anfang Juni läuft die Sail-for-Gold-Regatta im Olympia-Revier vor Weymouth und Portland, bevor die Worldcups dann vor Kiel ihren Abschluss feiern", sagt DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner.
Mit dem Hinweis auf die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt meint sie die Kieler Woche, die größte Segelsportveranstaltung der Welt. Sie läuft vom 16. bis 24. Juni und lockt wie üblich mit Superlativen: 5000 Segler aus 50 Nationen sind gemeldet, verteilt auf 2000 Boote, mehr als drei Millionen Besucher werden erwartet. Zu den konkurrierenden Großereignissen gehören neben der Ende Juli laufenden Travemünder Woche insbesondere die Warnemünder Woche, die schon am 1. Juli beginnt. Allen drei Veranstaltungen gemein ist, dass die Woche nicht sieben, sondern neun Tage hat. Und die Segelfans unter den Zuschauern können die Aktionen der Athleten vom Strand oder von Bord eines Begleitschiffes aus verfolgen.
Dann folgt Olympia, für den Starboot-Crack Robert Stanjek vielleicht zum letzten Mal. Denn seine Bootsklasse ist für die Spiele 2016 aus dem Programm geflogen. Er hoffe aber, dass sich das noch ändert. "Wir sprechen zurzeit viel mit Brasilien, die richten 2016 die Olympischen Spiele aus. Brasilien hat gleich mehrere Superstars im Starboot: Insbesondere Robert Scheidt wäre der lokale Favorit. Wir hören von dort, dass wir uns nicht sorgen sollten, das Starboot wäre auf jeden Fall 2016 wieder dabei."
Solche Gedanken machen sich die Teilnehmer an den Regatten des Freundeskreises Klassische Yachten nicht. Unter dem Motto "Zur Apfelblüte ins Alte Land" bildet die Travemünder Elbe-Klassik am 5. Mai den Auftakt der Saison, gefolgt von der Neustädter Max-Oertz-Regatta vom 26. bis 28. Mai und den für die Zeit vom 8. bis 10. Juni geplanten Robbe & Berking Classics in Flensburg. Zudem ist Berlin eines der Zentren für Fans historischer Yachten: Mit der Havel-Klassik am 30. Juni und 1. Juli, dem Classic Cup Berlin-Brandenburg am 25./26. August und der Regatta um den Kaiserpokal des Berliner Yacht-Clubs bietet die Hauptstadt drei Segelveranstaltungen für Traditionsschiffe.
Und es gibt auch 2012 wieder Wettbewerbe, die weniger ernst gemeint sind: In Ludwigsburg hat sich eine Art Wok-WM auf dem Wasser gebildet, dort regattieren die Menschen auf ausgehöhlten Riesenkürbissen. Beim "Schlusslicht" für Nordische Folkeboote am 21. Oktober in Berlin gewinnt nicht nur der Erste einen Preis, sondern vor allem der Segler, der als Letzter die Ziellinie überquert: Es gibt ein altes, aber funktionierendes Bahn-Schlusslicht. Und bei der seit 1969 im Dezember ausgetragenen Eisarsch-Regatta in Lübeck sind ausschließlich Männer zugelassen, die älter als 25 Jahre sind. Das wäre kein Problem, wenn nicht mit winzigen Optimisten-Jollen gesegelt würde. Hier gilt immerhin auch ein olympischer Grundsatz: Dabei sein ist alles.
Mit freundlicher Genehmigung Welt-Online
Neueste Artikel
Termine & Events
- 31.05.2012 - 03.06.2012 Baltic Boat Show
- 01.06.2012 - 03.06.2012 Hanseboot Ancora B...
- 30.08.2012 - 02.09.2012 Stockholm Floating...
- 04.09.2012 - 09.09.2012 HISWA in-water boa...
- 14.09.2012 - 23.09.2012 Southampton Boat S...






























