Bedeutung deutscher Häfen für illegalen Kokainhandel nimmt zu

Foto: Containerschiff (über dts Nachrichtenagentur)
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die deutschen Großhäfen werden für den kriminellen Handel mit Kokain immer wichtiger. „Seit 2017 sind die Sicherstellungen von Kokain auch in den deutschen Häfen, insbesondere Hamburg, deutlich angestiegen“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben) berichten. Das in Südamerika hergestellte Rauschgift werde überwiegend per Containerschiff nach Europa transportiert.

Vor allem die Niederlande spiele aufgrund der Seehäfen wie Rotterdam eine „bedeutende Rolle für den international organisierten Kokainschmuggel“, heißt es in der Antwort weiter. Von dort erfolge die „europaweite Verteilung des Kokains in kleineren Teilmengen“. Deutschland sei „Durchfuhrland für Kokaintransporte“ in andere EU-Länder.

Deutschland sei aber auch Zielland für Kokainschmuggel. In den Häfen Antwerpen und Rotterdam sind laut Bundesregierung 2018 zusammen rund 70 Tonnen Kokain sichergestellt worden. „Die Bedeutung deutscher Überseehäfen nimmt ebenfalls zu“, schreibt das Innenministerium.

An den steigenden Kokainimporten aus Südamerika nach Europa sind laut Bundeskriminalamt (BKA) neben den südamerikanischen Rauschgiftkartellen „hauptsächlich Tätergruppierungen aus den Balkanstaaten“ beteiligt. Weltweit hat der illegale Handel mit Kokain in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen: „Die starke Zunahme des weltweiten Kokainhandels ist dramatisch“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Daher sei es „besonders beunruhigend“, wenn man feststelle, „dass die deutschen Überseehäfen an Bedeutung im internationalen Kokainhandel gewinnen“, so die Grünen-Politikerin weiter.

Wichtig sei es, die Strafverfolgungsbehörden so ausstatten, dass sie aufwendige Ermittlungsverfahren führen könnten, um gegen organisierte Kriminalität vorzugehen. „Gleichzeitig dürfen wir aber präventive Maßnahmen nicht vergessen und müssen Wege finden, um Konsumentinnen und Konsumenten von Drogen besser zu schützen“, sagte Mihalic.